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14 Mio. Stunden Rückbau für ein Kernkraftwerk

Rückbau Kernkraftwerk Würgassen
Rückbau Kernkraftwerk Würgassen, Quelle: Wikipedia

Das ehemalige Kernkraftwerk Würgassen ist das erste deutsche AKW, das nun fast vollständig rückgebaut wurde. Trotz der enormen Summe von 1.200.000.000 Euro, die der Rückbau inklusive der 14 Millionen Arbeitsstunden verschlungen hat, soll das AKW laut E:ON rentabel gewesen sein, denn es erzeugte ca. 73 Milliarden Kilowattstunden Strom. 

Der 17 Jahre dauernde Rückbau umfasste 640 Räume, die nun "nackt" sind: 5.000 Tonnen radioaktiver Schutt, Kabel, Verkleidungen und sonstiges verstrahltes Material wurden von den Arbeitern bei den Rückbauarbeiten entfernt. 

Der Gebäudekomplex, dessen Siedewasser-Reaktor 1971 ans Netz ging, wurde aber keinesfalls komplett rückgebaut: Laut Gesetz darf das nämlich gar nicht geschehen, weil es noch keine Endlager für radioaktiven Müll gibt. Daher fungiert die 60 Meter hohe Anlage nun als Zwischenlager für 10.000 Fässer mit radioaktivem Müll - und das vermutlich bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag, weil es schlicht keine sicheren Endlager gibt.

Der endgültige, komplette Rückbau des ehemaligen AKW wird sich also vermutlich noch um Jahrzehnte verzögern - und dann noch einmal eine Menge Arbeit und Kosten verursachen.